Drei Jahre – ein starkes Ziel
Berufliches Gymnasium
Ziele und Abschlüsse
Das Berufliche Gymnasium an der Saalburgschule Usingen schließt mit der Allgemeinen Hochschulreife (Abitur) ab. Dieser höchste Schulabschluss ist bundesweit anerkannt und berechtigt Sie zum Studium aller Fachrichtungen an Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften.
Die Besonderheit unseres BG: Sie kombinieren allgemeinbildende Fächer mit berufsbezogenen Inhalten aus den Schwerpunkten Wirtschaft, Gesundheit oder Erziehungswissenschaft und werden systematisch an wissenschaftliches Arbeiten und selbstständiges Lernen herangeführt.
Ihr Abitur ist ein Landesabitur mit einheitlichen Anforderungen in fünf Prüfungsfächern – drei schriftlich, eines mündlich sowie ein weiteres als Präsentation, mündliche Prüfung oder besondere Lernleistung – weisen Sie Ihre Kompetenzen nach. Die schriftlichen Aufgaben werden landesweit durch das Land Hessen gestellt, wodurch Anspruch, Vergleichbarkeit und Anerkennung gesichert sind.
Mit diesem Profil stehen Ihnen alle Wege offen!
Aufnahmevoraussetzungen
Aufgenommen wird, wer in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe versetzt wurde.
Ebenso ist die Aufnahme mit dem Mittleren Abschluss möglich, sofern eine Eignungsfeststellung der abgebenden Schule vorliegt und folgende Leistungen nachgewiesen werden:
- Eine Durchschnittsnote besser als 3,0 in
Deutsch,
Englisch,
Mathematik und einer Naturwissenschaft - sowie eine Durchschnittsnote besser als 3,0 in den übrigen Fächern.
- Auch der qualifizierende Realschulabschluss eröffnet den Zugang.
Die Einführungsphase (E-Phase) dient dem Ausgleich unterschiedlicher Lernvoraussetzungen und führt Sie behutsam und systematisch an das wissenschaftliche Arbeiten heran. Sollten Sie bisher keine zweite Fremdsprache über vier aufeinanderfolgende Schuljahre belegt haben, wird diese in der Oberstufe verpflichtend geführt; sie kann darüber hinaus freiwillig gewählt werden.
In der Qualifikationsphase (Q-Phase) lernen Sie in zwei Leistungskursen und mehreren Grundkursen. Das erste Leistungsfach wählen Sie aus Deutsch, einer verbindlichen Fremdsprache (in der Regel Englisch), Mathematik oder einer Naturwissenschaft (Biologie, Chemie, Physik). Mit der Wahl Ihrer Fachrichtung ist zugleich das zweite Leistungsfach festgelegt. Die fachrichtungsbezogenen Fächer werden durchgängig mit acht bis zehn Wochenstunden unterrichtet und bilden das Herzstück Ihres Profils.
Schwerpunkte und Inhalte
Der allgemeinbildende Unterricht erfolgt in den Fächern
Deutsch, Mathematik, Englisch, Naturwissenschaften, Politik und Wirtschaft, Religion/Ethik und Sport.
Wirtschaft
Wirtschaft zu verstehen bedeutet, die Verbindungen zwischen unternehmerischen Entscheidungen und den übergeordneten Prozessen der Volkswirtschaft zu erkennen. Sie steigen ein mit den Grundfragen des Wirtschaftens, den rechtlichen Rahmenbedingungen und entwickeln ein Gespür für unternehmerisches Handeln.
In der Einführungsphase (E1–E2) erwerben Sie die grundlegenden ökonomischen Denk- und Analysewerkzeuge: Sie setzen sich mit den grundlegenden Prinzipien des Wirtschaftens auseinander, untersuchen Bedürfnisse, Güter und Märkte, beleuchten erste betriebswirtschaftliche Fragestellungen und lernen zentrale Akteure sowie Mechanismen der Volkswirtschaft kennen. Darüber hinaus reflektieren Sie rechtliche Grundlagen wirtschaftlichen Handelns und entwickeln ein Verständnis für wirtschaftliche Entscheidungen im privaten, betrieblichen und gesellschaftlichen Kontext.
In Q1 rückt die Produktion in den Fokus: Kosten, Prozesse und Effizienz.
In Q2 analysieren Sie Investition und Finanzierung – von der Beschaffung über die Kapitalstruktur bis zu modernen Finanzierungsformen.
Q3 öffnet die volkswirtschaftliche Perspektive: Einkommen, Beschäftigung, Konjunkturzyklen und ihre Steuerung.
Q4 widmet sich dem Marketing: Sie analysieren Märkte, entwickeln Strategien und denken konsequent kundenorientiert.
Phasenübergreifend begleitet Sie das Rechnungswesen: Sie erfassen, bewerten und interpretieren betriebliche Vorgänge belastbar und entscheidungsrelevant. Dieses Profil legt ein starkes Fundament für wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge, kaufmännische Ausbildungen und duale Modelle.
Gesundheit
Gesundheit zu verstehen heißt, die komplexen Zusammenhänge im Gesundheitswesen – von ökonomischen, sozialen und rechtlichen Dimensionen bis hin zu ethischen und globalen Fragestellungen – zu durchdringen. Sie steigen ein mit den fundamentalen Strukturen des Gesundheitssystems und entwickeln ein Bewusstsein für verantwortliches Handeln im Gesundheitsbereich.
In der Einführungsphase (E1–E2) erschließen Sie sich die Grundlagen des deutschen Gesundheitswesens: Sie lernen die zentralen Akteure kennen, untersuchen die Finanzierung des Systems, analysieren rechtliche Rahmenbedingungen und befassen sich mit der Bedeutung von Prävention und Gesundheitsförderung. Zudem entwickeln Sie ein erstes Verständnis für Gesundheit als biopsychosoziales Konzept und reflektieren, wie gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss auf gesundheitliche Versorgung und individuelle Lebenslagen nehmen.
In Q1 rückt die Versorgung im Gesundheitssystem in den Mittelpunkt: Sie untersuchen die ambulante und stationäre Versorgung in Deutschland – z. B. wie ärztliche, pflegerische und medizinisch-technische Leistungen organisiert sind.
In Q2 beschäftigen Sie sich mit Arzneimittelversorgung und internationalem Vergleich von Gesundheitssystemen: Neben der Versorgung in Deutschland analysieren Sie auch andere Systeme und deren Finanzierungsmodelle.
In Q3 vertiefen Sie Ihre Kenntnisse im Bereich Public Health: Themen wie Prävention, gesundheitsökonomische Evaluation und Gesundheitsförderung stehen im Zentrum.
In Q4 geht es um Pflege, ethische Fragestellungen und globale Gesundheit: Sie reflektieren Versorgungskonzepte, ethische Dilemmata und die gesundheitlichen Herausforderungen weltweit.
Dieses Zusammenspiel macht Sie anschlussfähig für Studiengänge in Medizin- und Gesundheitswissenschaften und für Berufe an den Schnittstellen von Gesundheit und Management.
Erziehungswissenschaft
Erziehungswissenschaften zu verstehen heißt, die Zusammenhänge zwischen individueller Entwicklung, Bildung und sozialen Institutionen zu durchdringen. Sie steigen ein mit grundlegenden Fragen zu Erziehung, Bildung und dem Menschenbild und entwickeln ein Bewusstsein für pädagogisches Handeln in gesellschaftlichen Kontexten.
In der Einführungsphase (E1–E2) befassen Sie sich mit den „Grundlagen von Erziehung und Bildung“ sowie mit sozialer Interaktion und professionellem pädagogischem Handeln. Zugleich lernen Sie in Psychologie erste Aspekte des menschlichen Erlebens: die „Grundfragen der Psychologie“ und allgemeine psychologische Konzepte.
In Q1 (Qualifikationsphase) konzentriert sich der Schwerpunkt auf die historische Entwicklung von Bildungs- und Erziehungsprozessen (Erziehungswissenschaft) sowie auf Entwicklungspsychologie (Psychologie).
Q2 widmet sich der Sozialisation und Identität aus pädagogischer Perspektive und schult methodische Kompetenz durch sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden (falls als Grundkurs) – gleichzeitig vertiefen Sie in der Psychologie Themen wie Persönlichkeitspsychologie und Differenzielle Psychologie.
In Q3 nehmen Sie das pädagogische System in den Blick: Institutionen des pädagogischen Handelns (z. B. Schule, Jugendhilfe) und ihre Rolle in der Gesellschaft stehen im Zentrum. Gleichzeitig analysieren Sie aus psychologischer Sicht sozialpsychologische Phänomene.
Q4 schließlich bringt kontroverse und aktuelle pädagogische Fragestellungen auf den Tisch („Pädagogische Themen in der Diskussion“ im Leistungskurs). Im Psychologie-Grundkurs runden „Angewandte Psychologie“-Themen wie Beratung, Psychotherapie oder Arbeitspsychologie das Wissen ab.
Phasenübergreifend werden überfachliche Kompetenzen gefördert: Kommunizieren, Analysieren, Entscheiden, Reflektieren – in Verbindung mit pädagogisch-ethischen Fragestellungen und wissenschaftspropädeutischen Arbeitsweisen.
Dieser Fokus legt ein starkes Fundament — nicht nur für Studiengänge in der Pädagogik, Sozialpädagogik, Psychologie oder Erziehungswissenschaft, sondern auch für alle Berufe, die Verantwortung im Bildungs- oder Beratungsbereich übernehmen.
Projektarbeit und Einblicke in sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden sind fester Bestandteil: Sie lernen, Informationen zu beschaffen, kritisch zu bearbeiten und überzeugend zu präsentieren – und leiten daraus Handlungsoptionen für Ihr pädagogisches Vorgehen ab.
Dieses Profil bereitet Sie hervorragend auf Studiengänge in Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Psychologie, Pädagogik und alle Lehrämter vor.
Tabellarische Übersicht der Schwerpunkte
Die folgende Übersicht verschafft eine visuelle Orientierung zu den drei Fachrichtungen.
Schwerpunkt | Leistungsfach in der Q-Phase | Zentrale Inhalte und Leitfragen | Begleitfächer (Auswahl) | Praxisbausteine | Perspektiven |
Wirtschaft | Wirtschaftslehre |
| Rechnungs- wesen | Betriebspraktikum (auch im Ausland möglich); Austausch/Fahrt (Studienreisen und Tagesausflüge) | Wirtschaftsstudium; duales Studium; kaufmännische Ausbildung; sichere Basis für Einstellungstests |
Gesundheit | Gesundheitslehre | Anatomie, Physiologie, Pathologie; Nervensystem; Herz-Kreislauf; Modelle der Medizin; gesellschaftliche Perspektiven auf Gesundheit | Gesundheits-ökonomie | Betriebspraktikum (auch im Ausland möglich) | Medizin-/Gesundheits-wissenschaften; Gesundheits-management; Pflege-/ |
Erziehungs- wissenschaft | Erziehungs- wissenschaft | Pädagogik, Psychologie, Sozialwissenschaften; Theorie- und Modellarbeit; sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden | Psychologie | Projektarbeit; Forschungs-methoden in Praxisprojekten | Lehramt; Sozialpädagogik; Psychologie; Soziale Arbeit; Bildungsmanagement |
Besonderheiten der Saalburgschule
Die Saalburgschule steht für persönliche Nähe und pädagogische Qualität. Kleine Lerngruppen schaffen Raum für individuelles Lernen, intensive Betreuung und einen engen fachlichen Austausch. Sie profitieren von einer Lernkultur, die Praxisbezug großschreibt: Unterrichtsmethoden orientieren sich an realen Fragestellungen, der Bezug zum Berufsleben ist konkret und motivierend. Verlässlichkeit ist Teil unseres Selbstverständnisses: wenige Freistunden, wenig Unterrichtsausfall.
In allen Phasen werden Sie von Ihren Tutorinnen und Tutoren eng begleitet. Zu Beginn der der Q2-Phase absolvieren Sie ein zwei- bis dreiwöchiges Betriebspraktikum, das Sie auch im Ausland durchführen können. Sie erweitern Ihren Horizont durch interessante Studien- und Tagesfahrten.
Ein starkes Plus des Beruflichen Gymnasiums sind die Fächer, die in dieser Form exklusiv angeboten werden: Wirtschaftslehre und Rechnungswesen, Gesundheitslehre und Gesundheitsökonomie sowie Erziehungswissenschaft und Psychologie. Damit verschaffen Sie sich spürbare Vorteile – im Studium, bei Einstellungstests und beim Start in Ausbildung oder im dualen Studium.
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung
Wir beraten Sie gerne persönlich zu Ihrem passenden Schwerpunkt und den nächsten Schritten in Richtung Abitur. Entscheiden Sie sich für ein Profil, das zu Ihnen passt – und für eine Oberstufe, die fachliche Exzellenz mit persönlicher Förderung verbindet.
Kontakt
Ansprechpartner
Ihr Kontakt für das Berufliche Gymnasium an der Saalburgschule sind:
- Herr StD Merten Wirth (Wirtschaft und Erziehungswissenschaft)
- Herr StD Stefan Speckhardt (Gesundheit).
Saalburgschule Usingen
Berufliche Schulen des Hochtaunuskreises
Wilhelm-Martin-Dienstbach-Straße 22
61250 Usingen
Telefon: 06081 1021-0
E-Mail: poststelle6320@schule.hessen.de
Weitere Infos
Links auf Dokumente und externe Quellen
Berufliches Gymnasium – Informationen des Hessischen Kultusministeriums:
Oberstufen- und Abiturverordnung (OAVO) sowie Hinweise zur Vorbereitung auf die schriftlichen Abiturprüfungen: erreichbar über die Seite des Kultusministeriums im Bereich Schulrecht – Abitur/Oberstufe.
