Fachrichtung Sozialpädagogik an der Saalburgschule Usingen

Fachschule Sozialwesen

Wer Kinder und Jugendliche stärkt, stärkt die Gesellschaft von morgen. Die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin bzw. zum staatlich anerkannten Erzieher ist mehr als ein Beruf – sie ist eine verantwortungsvolle Aufgabe mit hoher Bedeutung für unsere gemeinsame Zukunft.

Ziele und Abschlüsse

An der Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik, bereiten wir Sie darauf vor, in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern selbstständig und verantwortlich zu arbeiten – in Krippen und Kitas, Horten, Ganztagsschulen, der offenen Jugendarbeit, in Einrichtungen der Hilfe zur Erziehung und in Angeboten für Menschen mit Beeinträchtigungen.

Die theoretische Ausbildung schließt mit schriftlichen, mündlichen und einer Präsentationsprüfung ab; der praktische Teil endet mit der „Prüfung zur Staatlichen Anerkennung“ (frühestens im letzten Monat des Berufspraktikums). Mit erfolgreichem Bestehen erhalten Sie einen Abschluss nach dem deutschen Qualifikationsrahmen auf dem Niveau DQR 6, also dasselbe Qualifikationsniveau wie ein Bachelor.

Der Abschluss führt zum Fachkraftstatus in Tageseinrichtungen für Kinder nach § 25 b HKJGB – ein Beruf mit Perspektive und hervorragenden Beschäftigungschancen.

Aufnahmevoraussetzungen

Die Fachschule baut auf einschlägiger Vorqualifikation und erwachsenengerechten Lernformen auf. Sie profitieren von klaren Aufnahmewegen und einem transparenten Bewerbungsverfahren. Die Bewerbung erfolgt bis zum 15. Februar des Aufnahmejahres postalisch (bitte ohne Bewerbungsmappen).

Liegen mehr Bewerbungen als Plätze vor, findet das hessenweite Auswahlverfahren an allen öffentlichen Fachschulen am zweiten Samstag im März statt. Maßgeblich ist der Eingangsstempel der Schule; verbindliche Zusagen erfolgen zwischen März und Mai.

Beginn der Ausbildung

Zu Beginn der Ausbildung sind ein ärztliches Zeugnis über die gesundheitliche Eignung (nicht älter als zwei Monate) und ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis (nicht älter als vier Wochen) vorzulegen.

Förderungen sind – je nach Modell – über das Aufstiegs-BAföG möglich; zudem ist unsere Schule AZAV-zertifiziert für Bildungsgutscheine. Eine regelmäßige Erwerbstätigkeit neben der Ausbildung lässt sich mit den Anforderungen nicht vereinbaren.

Zugangswege im Überblick

ZugangswegErforderliche NachweisePraxisanteile/
Praktikum
Besondere Hinweise
Mittlerer Abschluss oder Versetzung in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe oder einschlägiger Berufsabschluss einer dreijähringen AusbildungAbschluss „Staatlich geprüfte Sozialassistentin“ bzw. „Staatlich geprüfter Sozialassistent“ (oder gleichwertig anerkannt)Nachweis der einschlägigen Praxis aus der Erstausbildung 
Alternativ: mindestens zweijährige einschlägig anerkannte BerufsausbildungAbschlusszeugnisse der Berufsausbildung (beglaubigte Kopien)einschlägige Praxis entsprechend AusbildungsordnungGleichwertigkeitsprüfung gemäß Ausbildungs- und Prüfungsordnung
Allgemeine Hochschulreife aus dem beruflichen Gymnasium mit einschlägiger FachrichtungAbiturzeugnis mit einschlägiger Fachrichtungmindestens sechswöchige einschlägige FachpraxisPraxis muss vor Aufnahme belegt und nachgewiesen sein
Fachhochschulreife aus dem beruflichen Gymnasium mit einschlägiger FachrichtungZeugnis der Fachhochschulreifeeinschlägiges Praktikum zum Erwerb der FachhochschulreifeFachrichtung muss sozialpädagogisch einschlägig sein
Fachhochschulreife aus der Fachoberschule (FOS) mit einschlägiger FachrichtungFOS Form A: FH-Reife + einschlägiges Jahrespraktikum; FOS Form B: FH-Reife + vorherige einschlägige BerufsausbildungNachweis über Praktikum (Form A) bzw. Berufsausbildung (Form B)Fachrichtung sozialpädagogisch einschlägig
Nachweis einer dreijährigen einschlägigen beruflichen TätigkeitArbeitszeugnisse/Nachweise über Beschäftigungszeitendurchgehende einschlägige Tätigkeit über drei Jahrezusätzlich erfolgreiche Feststellungsprüfung zum Nachweis gleichwertiger beruflicher Vorbildung

Achtung: Wenn der Schulabschluss nicht in Deutschland erworben wurde ist zwingend ein Nachweis der Sprachkompetenz über ein Zertifikat notwendig welches das Sprachniveau C1 (GER) bescheinigt. 

Bitte fügen Sie Ihrer Bewerbung ein formloses Anschreiben, einen tabellarischen Lebenslauf mit Lichtbild, beglaubigten Kopien der relevanten Abschlusszeugnisse und ggf. Tätigkeitsnachweise sowie eine Erklärung bei, ob bereits eine Fachschule besucht oder an einem Auswahlverfahren teilgenommen wurde.

Die Ausbildungswege – konsekutive Form und PivA

Konsekutive Form

An der Saalburgschule führen zwei gleichwertige Wege zur Staatlichen Anerkennung. In der klassischen Vollzeitausbildung (konsekutive Form) stehen die ersten beiden Jahre im Zeichen intensiver schulischer Bildung mit rund 35 Wochenstunden Unterricht und Blockpraktika mit 560 Stunden Umfang in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern.

Bereits am Ende des zweiten Jahres werden Teile der Abschlussprüfungen abgelegt. Das dritte Jahr ist als Anerkennungsjahr organisiert: Sie arbeiten vollzeitlich in Ihrer Einrichtung, werden durch 160 Stunden Begleitunterricht (zum Beispiel 14-tägig als Blocktag) unterstützt und schließen mit der „Prüfung zur Staatlichen Anerkennung“ ab. Förderungen über das Aufstiegs-BAföG sind im ersten und zweiten Jahr möglich; im Anerkennungsjahr erhalten Sie eine Vergütung über Ihren Praktikumsvertrag. Schulferien betragen etwa 13 Wochen; Urlaubsregelungen im Anerkennungsjahr richten sich nach dem Praktikumsvertrag.

PivA

Die praxisintegrierte vergütete Ausbildung (PivA) verzahnt Schule und Praxis von Beginn an über drei Jahre: in der Regel drei Tage Schule und zwei Tage Praxis pro Woche; in den Schulferien arbeiten Sie im Regelfall an fünf Tagen pro Woche in Vollzeit.

Ein sechswöchiges Fremdpraktikum in einem anderen Tätigkeitsfeld ist integriert. Sie erhalten vom ersten Tag an eine durchgängige, sozialversicherungspflichtige Ausbildungsvergütung (tariflich, TVAöD – trägerabhängig) und haben Urlaubsanspruch in der unterrichtsfreien Zeit.

Das Berufspraktikum ist in die drei Ausbildungsjahre integriert; ein separates Anerkennungsjahr entfällt.

Gegenüberstellung der Modelle (tabellarisch)

Kriterium

Klassische Vollzeitausbildung (2 Jahre Schule + 1 Jahr Berufspraktikum)

Praxisintegrierte vergütete Ausbildung (PivA, 3 Jahre integriert)

Struktur/Wochenrhythmus

Jahr 1–2: ca. 35 Unterrichtsstunden pro Woche; drei Blockpraktika im Umfang von 560 Std. Jahr 3: Vollzeit Praxis + 160 Std. Begleitunterricht

Durchgehend: ca. 3 Tage Schule + 2 Tage Praxis; in Schulferien Vollzeit Praxis; 6-wöchiges Fremdpraktikum

Vergütung/Förderung

Aufstiegs-BAföG im 1. + 2. Jahr möglich; Vergütung im Anerkennungsjahr (Praktikumsvertrag)

Durchgängige Ausbildungsvergütung (TVAöD, trägerabhängig) vom ersten Tag

Berufspraktikum/Anerkennung

Separates Anerkennungsjahr mit „Prüfung zur Staatlichen Anerkennung“ am Ende

Berufspraktikum integriert; „Prüfung zur Staatlichen Anerkennung“ am Ende der Ausbildung

Ferien/Urlaub

Schulferien ca. 13 Wochen; Anerkennungsjahr: Urlaub nach Vertrag der Einrichtung

Vertragsurlaub (i. d. R. ca. 30 Tage) in der unterrichtsfreien Zeit

Profil/Eignung

Intensiver Theorieeinstieg, gebündelte Praxis im 3. Jahr

Kontinuierliche Praxis und frühe Verantwortungsübernahme, monatliche Vergütung

Kerninhalte und unsere Lernkultur

Die Ausbildung ist berufs- und studienorientiert sowie erwachsenengerecht gestaltet. Sie entwickeln Ihre berufliche Identität, gestalten pädagogische Beziehungen bewusst und arbeiten professionell mit Gruppen. Sie nehmen Lebenswelten und Diversität wahr, fördern Inklusion und planen sozialpädagogische Bildungsarbeit in zentralen Bildungsbereichen – von Demokratie und Politik über Sprache, Kreatives Gestalten, Bewegung und Musik bis zu Mediennutzung, Literacy, Mathematik, Naturwissenschaften und Technik. Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit Eltern und Bezugspersonen werden gestärkt, Übergänge umsichtig begleitet, Institutionen und Teams weiterentwickelt und Kooperationen im Netzwerk gepflegt.

Im zweiten Ausbildungsabschnitt vertiefen Sie Ihre Kompetenzen in fächerübergreifenden Bereichen, etwa im Elementarbereich (U2/Kita), im schulischen und außerschulischen Bereich, in der Erziehungshilfe oder in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen – ergänzt um Themen wie Interkulturalität, Salutogenese, Bildung für nachhaltige Entwicklung und Sozialmanagement. Praktika können Sie – je nach Organisationsform – auch im Rahmen von Erasmus+ im Ausland absolvieren. Über Zusatzunterricht in Mathematik lässt sich zudem die Fachhochschulreife erwerben.

Besonderheiten der Saalburgschule

Die Saalburgschule steht für kleine Klassen, intensive Betreuung und verlässliche Kooperationen mit Einrichtungen. In überschaubaren Lerngruppen erhalten Sie individuelles Feedback und passgenaue Unterstützung – in der Theorie, in der Praxis und in der Prüfungsvorbereitung. Unsere starken Praxispartnerinnen und Praxispartner in der Region – von Kitas, Horten und Ganztagsschulen über Jugendhilfeeinrichtungen bis hin zu Angeboten für Menschen mit Beeinträchtigungen – sichern hochwertige Praxisplätze, ermöglichen Fremdpraktika und häufig einen nahtlosen Übergang in Beschäftigung.

Verlässliche Stundenpläne und erwachsenengerechte Arbeitsformen sorgen für Planbarkeit; der Unterricht endet in der Regel um 16 Uhr und kann punktuell bis 18 Uhr reichen. Pro Ausbildungsjahr finden ein bis zwei verpflichtende Unterrichtsveranstaltungen außerhalb der Schule statt; Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Anfahrt entfallen für Inhaberinnen und Inhaber von Bildungsgutscheinen.

Kontakt

Ansprechpartner

Ihr persönlicher Kontakt für die Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik, ist Herr StD Merten Wirth.

Saalburgschule Usingen
Berufliche Schulen des Hochtaunuskreises
Wilhelm-Martin-Dienstbach-Straße 22
61250 Usingen

Telefon: 06081 1021-0
E-Mail: poststelle6320@schule.hessen.de

Wir beraten Sie gern zu Zugangsvoraussetzungen, Bewerbungsverfahren, Fördermöglichkeiten und zur Wahl des passenden Ausbildungswegs (klassische Vollzeit oder PivA). Entscheiden Sie sich für eine Ausbildung, die fachliche Qualität, persönliche Nähe und starke Praxispartnerinnen und Praxispartner verbindet – für eine berufliche Zukunft mit Sinn und Perspektive.

Weitere Infos

Links

Downloads

  • Anmeldung Fachrichtung Sozialpädagogik (konsekutive Vollzeitform)
  • Kooperationsvereinbarung Salburgschule (PivA)
  • FAQ pivA
  • Wege in den Beruf der Erzieher
  • Flyer BaföG